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- 15.05.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Schmetterling: Das Wetter wurde zum Verhängnis

Mit einigen Jahren Verspätung glauben Biologen das Verschwinden zweier Populationen von Scheckenfaltern in Kalifornien aufgeklärt zu haben.

(jkm) - Die seltenen Schmetterlinge waren im Umfeld der Jasper Ridge´s Bay, Kalifornien, beheimatet. Die eine Gruppe der Scheckenfalter der Unterart Euphydryas editha bayensis verschwand 1991, die andere 1998.

Forscher der Stanford University haben die Entwicklung des Schmetterlings jetzt mit Wetteraufzeichnungen der letzten 70 Jahre abgeglichen. Demnach scheinen die Insekten empfindlich auf starke, regionale Klimaschwankungen zu reagieren. Das Schicksal der Falter dokumentiert, wie Wettereinflüsse auf Tierpopulationen wirken können.

Noch gibt es den seltenen Scheckenfalter in anderen Gegenden Kaliforniens. Das Aussterben lokaler Populationen sei eine Art Vorspiel für das Verschwinden der Art, gibt Paul R. Ehrlich, einer der drei beteiligten Stanford-Forscher zu bedenken.

"Wir konnten den Einfluss von Regenfällen auf die Schmetterlinge nachweisen", ergänzt Ehrlichs Kollegin Carol Boggs, Leiterin des Center for Conservation Biology: "Wir haben in unserer Arbeit nachvollzogen, wie sich die Niederschläge seit den 70er Jahren entwickelten und ermittelten dabei starke Schwankungen seit dem Jahr 1971." Die drastischen Schwankungen der Niederschläge habe der Falter nicht vertragen, glauben die Forscher.

Noch gibt es in der Bay Area bei San Francisco mehrere große Populationen verwandter Scheckenfalter, deren Zahl von Saison zu Saison zwischen Zehn- und Hunderttausenden schwanken kann. Vor dreihundert Jahren hätte ein regionaler Einbruch den Insekten kaum etwas ausgemacht, denn damals waren die Falter noch in ganz Kalifornien anzutreffen.

Dass der Falter jetzt nur noch eine lokale Größe darstellt, geht auf europäische Siedler zurück. Die brachten im 17. Jahrhundert nicht nur ihre Rinderherden, sondern auch eurasische Gräser mit an die US-Westküste. Seitdem hat das ortsfremde Grün einheimische Arten zunehmend verdrängt - Gräser, auf die die Scheckenfalter angewiesen sind.

Die verbleibenden Populationen der Bay Area haben keine große Zukunft, befürchten die Forscher. Ihr Bestand sei bereits zu klein, um sich Territorium zurück zu erobern. Regionen, die ihnen theoretisch Lebensraum bieten könnten, lägen inzwischen zu weit entfernt, um von den isoliert existierenden Populationen angeflogen zu werden.


© Center for Conservation Biology

Noch gibt es den seltenen Scheckenfalter in anderen Gegenden Kaliforniens.

 Mehr Informationen:

Stanford University

Stanford University, Center for Conservation Biology

vista verde: Biodiversität

 

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