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Schmetterling: Das Wetter wurde zum
Verhängnis
Mit einigen Jahren Verspätung
glauben Biologen das Verschwinden zweier Populationen von Scheckenfaltern
in Kalifornien aufgeklärt zu haben.
(jkm) - Die seltenen Schmetterlinge
waren im Umfeld der Jasper Ridge´s Bay, Kalifornien, beheimatet.
Die eine Gruppe der Scheckenfalter der Unterart Euphydryas editha
bayensis verschwand 1991, die andere 1998.
Forscher der Stanford University
haben die Entwicklung des Schmetterlings jetzt mit Wetteraufzeichnungen
der letzten 70 Jahre abgeglichen. Demnach scheinen die Insekten
empfindlich auf starke, regionale Klimaschwankungen zu reagieren.
Das Schicksal der Falter dokumentiert, wie Wettereinflüsse
auf Tierpopulationen wirken können.
Noch gibt es den seltenen Scheckenfalter
in anderen Gegenden Kaliforniens. Das Aussterben lokaler Populationen
sei eine Art Vorspiel für das Verschwinden der Art, gibt
Paul R. Ehrlich, einer der drei beteiligten Stanford-Forscher
zu bedenken.
"Wir konnten den Einfluss
von Regenfällen auf die Schmetterlinge nachweisen",
ergänzt Ehrlichs Kollegin Carol Boggs, Leiterin des Center
for Conservation Biology: "Wir haben in unserer Arbeit nachvollzogen,
wie sich die Niederschläge seit den 70er Jahren entwickelten
und ermittelten dabei starke Schwankungen seit dem Jahr 1971."
Die drastischen Schwankungen der Niederschläge habe der Falter
nicht vertragen, glauben die Forscher.
Noch gibt es in der Bay Area bei
San Francisco mehrere große Populationen verwandter Scheckenfalter,
deren Zahl von Saison zu Saison zwischen Zehn- und Hunderttausenden
schwanken kann. Vor dreihundert Jahren hätte ein regionaler
Einbruch den Insekten kaum etwas ausgemacht, denn damals waren
die Falter noch in ganz Kalifornien anzutreffen.
Dass der Falter jetzt nur noch
eine lokale Größe darstellt, geht auf europäische
Siedler zurück. Die brachten im 17. Jahrhundert nicht nur
ihre Rinderherden, sondern auch eurasische Gräser mit an
die US-Westküste. Seitdem hat das ortsfremde Grün einheimische
Arten zunehmend verdrängt - Gräser, auf die die Scheckenfalter
angewiesen sind.
Die verbleibenden Populationen
der Bay Area haben keine große Zukunft, befürchten
die Forscher. Ihr Bestand sei bereits zu klein, um sich Territorium
zurück zu erobern. Regionen, die ihnen theoretisch Lebensraum
bieten könnten, lägen inzwischen zu weit entfernt, um
von den isoliert existierenden Populationen angeflogen zu werden.
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