7 Fußballfelder pro Minute: Brasiliens Urwald stirbt wieder
schneller
Das Kahlschlag-Tempo im brasilianischen Regenwald
hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Jede Minute verliert
der Amazonas-Regenwald eine Fläche von sieben Fußballfeldern.
(vv) - Mit einem Waldverlust von 26.000 Quadratkilometern - das
entspricht etwa der halben Fläche der Schweiz - hat das Kahlschlag-Tempo
im brasilianischen Regenwald im vergangenen Jahr erneut zugenommen.
Es sei die zweithöchste jährliche Entwaldungsrate im
Amazonas, teilte die Umweltstiftung WWF am Donnerstag mit. Im
Jahr zuvor habe der brasilianische Amazonas 23.000 Quadratkilometer
verloren. Dies gehe aus Satellitendaten hervor, die das Brasilianische
Weltrauminstitut INPE jetzt veröffentlicht hat. Jede Minute
verliert Brasilien eine Fläche von sieben Fußballfeldern
wertvollen Regenwald, so der WWF. Bis heute seien bereits 17 Prozent
des brasilianischen Amazonas zerstört worden.
Die Regierung Lula verfolgt laut WWF eine inkonsistente Politik.
So fördere sie Bodenspekulationen zum Ausbau von Rinderfarmen
und industrieller Landwirtschaft. Illegaler Kahlschlag, Ausbeutung
der Arbeiter und Kriminalität würden nicht ausreichend
bekämpft. Regierung und Industrie müssen einfach
mehr tun, um den schockierenden Raubbau zu stoppen, betonte
Denise Hamu, Geschäftsführerin des WWF Brasilien.
Im Jahr 2002 hat die brasilianische Regierung das Amazon
Protected Areas Programm (ARPA) ins Leben gerufen. ARPA
wird auch vom WWF, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
und der Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt.
Ziel ist die Schaffung von mindestens 50 Millionen Hektar Schutzgebieten.
Die Ausweisung von Schutzgebieten ist wichtig. Aber das
reicht bei weitem nicht aus, um den Kahlschlag zu stoppen. Wir
brauchen eine nachhaltige Politik, die den Regenwald nützt,
ohne ihn zu zerstören und so Mensch und Natur dient,
sagte Hamu.
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