Meere: Artenvielfalt schwindet dramatisch
Die Artenvielfalt von Thun-, Schwert- und anderen
Großfischen geht dramatisch zurück, so eine aktuelle
Studie. Grund ist die Überfischung.
(vv) - Eine in der amerikanischen Fachzeitschrift Science veröffentlichte
Studie zeigt, dass in den offenen Ozeanen Regionen existieren,
in den besonders viele Großfischarten vorkommen. Trotz dieser
"Hotspots" geht die Artenvielfalt von Thun-, Schwert-
und anderen Großfischen insgesamt jedoch infolge der Überfischung
dramatisch zurück, so die Autoren der Studie.
Für die Studie kombinierten Meeresbiologen Fischfang-Daten
der letzten 50 Jahre mit wissenschaftlichen Beobachtungen und
erstellten Weltkarten, die die räumliche und zeitliche Verteilung
der Großfischarten zeigen. Dabei entdeckten die Wissenschaftler
in den offenen Ozeanen die sogenannten Hotspots, die meisten davon
weit entfernt von Küsten und Korallenriffen. Vor allem dort
wo Strömungen mit starken Temperaturunterschieden aufeinander
treffen, gibt es ein besonders üppiges Nahrungsangebot.
Was die Karten jedoch auch zeigen: Der aus heutiger Sicht vermeintliche
Artenreichtum ist in Wirklichkeit nur noch ein relativ kläglicher
Überrest dessen, was vor einem halben Jahrhundert noch da
war. Manche der Hotspots sind schon längst verwaist, an den
verbliebenen beträgt der Rückgang der Arten, je nach
Region, zwischen 20 und 50 Prozent.
Der Grund dafür ist für die Autoren der Studie eindeutig.
"Die Klimaveränderungen haben natürlich auch einen
Einfluss, aber sie sind eher für kurzfristige Schwankungen
verantwortlich", erläutert Boris Worm von der kanadischen
Dalhousie University. "Langfristig, das konnten wir durch
unsere Untersuchung feststellen, ist die Überfischung die
Ursache für den Abwärtstrend der Arten." Setze
sich dieser Trend weiter fort, könnten die gerade erst entdeckten
Hotspots schon sehr bald leer und verlassen sein.
Die Studie zeigt nach Meinung der Forscher den dringenden Handlungsbedarf.
Die Einrichtung von Meeresschutzzonen sei unerlässlich. Wo
diese idealerweise anzulegen wären, zeigen die von den Meeresbiologen
erstellten Karten. Die verbliebenen Hotspots befinden sich vor
den Ostküsten der USA, Australien, Sri Lanka, Hawaii und
im südöstlichen Pazifik.
"Unsere Arbeit zeigt die Lösung", sagt Worm. "Es
gibt die Chance und die politischen Mittel, zumindest einige dieser
Regionen zu schützen. Wir sollten so viele Teile des Artenpuzzles
behalten wie möglich, bevor sie endgültig zerstört
sind."
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